James Bond made in GDR ?

Sozialistische Fernsehhelden an der unsichtbaren Front des Friedens

Produktion SWR2 - Sendung: 17.10.2006, SWR2 - Dschungel - 33 Minuten
Wiederveröffentlichung auf DVD "Das unsichtbare Visier" - Folgen 1 bis 9 - Studio Hamburg 2009

Ein Feature von Thomas Gaevert
Redaktion: Wolfram Wessels
Mit: Jessy Rameik, Siegfried Loyda, Walter Niklaus, Walter Kubiczek, Wenzel Renner, Jürgen Sasse
Sprecher: Michael Speer, Hubertus Gertzen, Reinhart von Stolzmann, Felix Goeser, Klaus Gramüller
Ton und Technik: Ralf Knapp, Steffi Eisele
Regie:
Günter Maurer

Bild rechts: Armin Mueller-Stahl auf der DVD-Hülle zu "Das unsichtbare Visier" / © DVD-TV-Archiv

Sendung anhören: [hier]

"Der Osten weiß alles!" Die Bonner Militärs sind entsetzt, denn ihre geheimen Bewaffnungspläne sind in der DDR bekannt geworden. Planungsoffizier Achim Detjen grinst heimlich: "Wie die das bloß machen?"

Als das DDR-Fernsehen am 23. Dezember 1973 die erste Folge der Serie "Das unsichtbare Visier" ausstrahlte, wurde ein neuer Straßenfeger geboren: Atemlos verfolgte das ostdeutsche Fernsehpublikum die Abenteuer des Kundschafters Werner Bredebusch alias Achim Detjen, der für seine sozialistische Heimat den Westen ausspionierte. In seinen Erinnerungen gebrauchte Hauptdarsteller Armin Müller-Stahl sogar den Begriff "Ost-James-Bond". Doch im Gegensatz zum britischen Vorbild hatten sich die DDR-Filmemacher um Regisseur Peter Hagen strikt an die engen Vorgaben des Ministeriums für Staatssicherheit zu halten: protzige Actionszenen, erotische Abenteuer und extreme Gewaltdarstellungen blieben ihnen strikt untersagt! An die Stelle eines personifizierten Bösewichtes setzten die Autoren Otto Bonhoff, Herbert Schauer und Michel Mansfeld ein Netzwerk aus unverbesserlichen Altnazis, Rüstungsproduzenten und CIA-Agenten. Selbstverständlich musste dabei die Spionagetätigkeit der DDR-Staatssicherheit immer positiv dargestellt werden. Der Popularität des Serienhelden tat dies keinen Abbruch und sogar Stasi-Chef Mielke höchstpersönlich lobte "seinen Achim Detjen".

Rund dreißig Jahre später erinnern sich ehemalige Filmschaffende, die vor und hinter der Kamera an der Entstehung dieser Fernsehserie beteiligt waren, an ihre damalige Arbeit.