Von Digedags und Abrafaxen

Comic-Helden in der DDR

Produktion: SWR2 - Sendung: 15.09.2000, SWR2 - Dschungel - 30 Minuten
Wiederholung: 09.07.2002, 14.05 Uhr, SWR2

Hörfunk-Feature von Thomas Gaevert und Peter Simon
Redaktion: Wolfram Wessels
Mit: Michael F. Scholz, Lothar Dräger, Lona Rietschel, Axel Hempel, Gerhard Unterstein
Sprecher: Klaus Hemmerle Jan Schreiber, Marius Marx
Ton und Technik: Andrea Soyka, Burkhard Pitzer-Landeck
Musik: Gerold Wagner
Regie: Eberhard Klasse

Sendung anhören: [hier]

Ostberlin, Mitte der 50er Jahre: Angesichts der offenen Grenze erfreuten sich bunte Comic-Hefte aus dem Westen bei Jugendlichen im Osten größter Beliebtheit - völlig unbeeindruckt vom vernichtenden Urteil sozialistischer Sittenwächter. Die Jugendorganisation FDJ ging in die Offensive. Eigene sozialistische Comics sollten entwickelt werden. So entstand die Zeitschrift "Mosaik" mit ihren Hauptfiguren Dig, Dag und Digedag. Von nun an wandelten die drei frechen Kobolde Dig, Dag und Digedag durch fremde Länder und ferne Zeitepochen und machten ihren Schöpfer Johannes Hegenbarth - kurz Hannes Hegen - berühmt. Doch schon bald gab es Probleme, denn das "Mosaik von Hannes Hegen" entsprach nicht den Vorstellungen  der Funktionäre, die sie von einer "sozialistischen Bildergeschichte" hatten.

Trotz aller Widerstände überlebte das Mosaik-Heft die DDR. Seine neuen Helden heißen heute Abrax, Brabax und Califax - erfolgreich sind sie aber nach wie vor.

Mehr: www.mosapedia.de
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Bild rechts: Die Digedags sind das Urgestein ostdeutscher Comic-Kultur.
Foto: www.google.de / © www.orlandos.de