Der Wetterbeobachter
Ein Leben auf dem Brocken


Sendetermine:
Donnerstag, 3. Januar 2019, 16.00 Uhr, SWR2 Tandem - 25 Minuten
Freitag, 4. Januar 2019, 15.05 Uhr, SWR2 Leben - 25 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Redaktion: Ellinor Krogmann
Regie: Günter Maurer

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Wegen ihrer besonderen Lage zählt die Wetterwarte auf dem Brocken zu den wichtigsten Stationen des Deutschen Wetterdienstes. Ingo Nitschke ist hier oben seit fast 40 Jahren tätig. „Was ich in der Zeit alles gesehen und erlebt habe, ließ mir manchmal die Kinnlade runterklappen." sagt er heute. „Weitsichten von über 200 Kilometern waren dabei, viele Nebeltage und noch mehr Stürme. Der heftigste Orkan war am 24. November 1984. Er hatte eine Stärke von 263 Stundenkilometern und ließ selbst die Mauern der Wetterwarte erbeben."
 
Damals lag der Gipfel nur wenige hundert Meter von der innerdeutschen Grenze entfernt und galt als militärische Hochsicherheitszone. Eine hohe Mauer umschloss die Gebäude der sowjetischen Besatzungstruppen, der DDR-Grenzer und der Staatssicherheit sowie die in Richtung Westen gerichteten Abhöranlagen.
 
Ingo Nitschke und seine Eltern, die ebenfalls als Brocken-Meteorologen tätig waren, durften zu diesem Zeitpunkt als einzige Zivilisten den Gipfel betreten. „Der November-Orkan ´84 hob damals bei den hier stationierten Russen das Dach ab und beschädigte auch das Haus der DDR-Grenzer.“ erinnert sich Ingo Nitschke.

Im Dezember 1989 erlebte er die Öffnung des Brockengipfels mit. Seitdem ist der Berg ein beliebtes Wanderziel. Auch nach 40 Berufsjahren ist Ingo Nitschke fasziniert von der rauen Natur des Brockens. Mehr als einmal musste er schon verirrten Wanderern mit einem Anruf bei der Bergwacht helfen. Im April 2004  kollidierte ein Kleinflugzeug vom Typ Cessna 182 mit dem 27 Meter hohen Turm der Wetterwarte, weil der Nebel jede Sicht verhindert hatte.

Noch ist die Brockenwetterwarte rund um die Uhr besetzt. Doch das wird nicht so bleiben. Automaten sollen die Wetterbeobachtung übernehmen. Gehört Ingo Nitschke damit zu den letzten Meteorologen, die hier ihren Dienst tun?



Fotos:
oben:  Ingo Nitschke, einer der letzten Meteorologen auf dem Brocken
unten: 3. Dezembr 1989 - das Ehepaar Nitschke mit ihrem Transparent "Mauer weg!" auf der Wetterstation.
© (2018): privat

Auf der Suche nach der Welt von morgen
Eine Phantastische Bibliothek und ihre Zukunftsforscher


Sendetermin: Freitag, 21. September 2018, 15.05 Uhr, SWR2 Leben - 25 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Sprecher: Martin Bonvicini, Magnus Rook
Redaktion: Ellinor Krogmann
Regie: Günter Maurer

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Die „Phantastische Bibliothek Wetzlar“ ist seit über 30 Jahren Treffpunkt für Science-Fiction-Fans. Und nicht nur das. Zu ihren Kunden zählen inzwischen auch Banken und Versicherungen, Energie- und Kommunikationsunternehmen, Chemie- und Autokonzerne. Sie wollen Ideen aus der Science-Fiction-Literatur sammeln, wie ihre Produkte und Entwicklungsstrategien von morgen aussehen könnten. Aber kann die Science-Fiction-Literatur tatsächlich brauchbare Antworten über die Verkehrssysteme der Zukunft, weitere Entwicklungen in der Nanotechnologie oder den richtigen Umgang mit künstlicher Intelligenz liefern?

Die Supergeheimen
Der Militärische Nachrichtendienst der DDR

Sendetermin: Mittwoch, 10. Januar 2018, 22.03 Uhr, SWR2 Feature - 55 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Sprecher: Dietmar Wunder, Sebastian Mirow, Eva Derleder
Ton und Technik: Norbert Vossen, Johanna Fegert, Andrea Greß
Regie: Ulrich Lampen
Redaktion: Wolfram Wessels

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Er war eines der bestgehütetsten Geheimnisse im Kalten Krieg - der Militärische Nachrichtendienst der DDR. Sein Auftrag lautete, alle Potenzen der Bundeswehr und der NATO, ihre Strukturen, Führungskonzeptionen und militärischen Pläne auszuforschen.

Dafür verfügte dieser Dienst über ein Netz von über 200 Spionen im Westen und stand damit zugleich auch in Konkurrenz zum gewichtigeren Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und seiner von Markus Wolf geleiteten Hauptverwaltung Aufklärung (HVA). Doch während die HVA-Zentrale bei ihren Gegnern im Westen bekannt war, hatte man dort kaum Hinweise auf die Existenz des Militärischen Nachrichtendienstes der DDR.

Ein Hörfunkfeature über ein weitgehend unbekanntes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte.

Eine unbequeme Archivarin
Sabine Lange und die Stasi-Spitzel im Literaturzentrum Neubrandenburg


Sendetermin: Montag, 30. Oktober 2017, 10.05 und 19.20 Uhr, SWR2 Tandem - 25 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Sprecher: Nikolaj Alexander Brucker, Nadine Kettler, Berth Wesselmann, Isabella Barthoff, Robert Bester, Stefan Roschy
Ton und Technik: Norbert Vossen, Johanna Fegert
Musik: "Dornenblüt" / Trio Schlüsselbund / LC 00642100 / Label: DMG
Regie: Andrea Leclerque
Redaktion: Ellinor Krogmann

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Sabine Lange, Mitarbeiterin im Hans-Fallada-Archiv in Neubrandenburg, findet bei Umzugsarbeiten Ende der 1990er Jahre Akten aus der DDR-Zeit. Sie enthüllen, wie die Stasi den Fallada-Nachlass benutzte, um Forscher und Autoren systematisch zu bespitzeln.

Unter ihnen war auch ein Doktorand aus den USA. Mehr als zehn Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit überwachten jeden seiner Schritte in der DDR. Bis heute spürt Sabine Lange die Folgen ihres Versuchs, den Skandal öffentlich zu machen.


Foto: Sabine Lange
© (2017) www.sabinelange.com